Wenn Spontanität oberstes Gebot ist

Da mir dieses Thema bei sehr vielen Paaren in Beratung begegnet, geht es hier nicht um ein konkretes Paar. Leider aber um ein konkretes Problem in vielen Beziehungen.

Dies ist die häufigste Konstellation: Beruflich erfolgreiches Paar, zwei Kinder im Vor- und Schulalter. Die Wochentage sind klar strukturiert. Es ist klar vereinbart, wer wann was macht. Am Abend sind zwar alle todmüde aber soweit zufrieden.

Das Wochenende bereitet diesen Paaren Sorgen. Am Wochenende gibt es häufig Streit. Der Hauptgrund: Da die Wochentage bereits nach klaren Vorgaben verlaufen (Arbeitsbeginn, Kita-Öffnungszeiten, Schulbeginn und -schluss) hat das Paar den sehr verständlichen Wunsch, den Samstag und Sonntag nach dem Lustprinzip verlaufen zu lassen. Bloss haben Eltern und Kinder in der Regel unterschiedliche Tagesrhythmen. Eben auch samstags und sonntags. Spät aufzustehen ist für beide Eltern in den meisten Fällen nicht möglich. Genauso wenig wie die geliebten späten Brunchs aus kinderlosen Zeiten.

So treffen dann spätestens gegen 8 Uhr morgens leicht genervte und frustrierte Eltern auf ihrerseits genervte und frustrierte Kinder. Unter diesen Vorbedingungen braucht es nicht viel bis es kracht. Ein auf den ersten Blick nicht sehr verlockendes „Rezept“: Im Voraus planen. Dies gibt allen beteiligten mehr Freiheit und weniger Stress und Frust.

Ich kann sehr gut verstehen, dass es vielen Paaren und Eltern im ersten Moment eher zuwider ist, auch noch die „Freizeit“ planen zu müssen. In solchen Konstellationen ist dies jedoch mit einem Mehrwert für alle verbunden. Ausprobieren.